Donnerstag, 5. Dezember 2013

Manduca oder Tragetuch

  


Milou ist ein Tragling. Die ersten zehn Wochen ging gar nix mit Kinderwagen. Es war eine Kunst, sie dort rein zu bekommen. Dann auf einmal mochte sie den Kinderwagen für ein paar Wochen, bis sie ihn auf einmal wieder hasste. Das heißt, wir haben Milou von Anfang an viel getragen.Sowohl in der Wohnung (nächtelang) als auch unterwegs.

Die Frage war: welches Tragesystem wollen wir nutzen? Ich wollte eigentlich kein Tragetuch. Zu lang, zu umständlich und irgendwie auch nicht so mein Ding. Also entschieden wir uns für die Manduca, weil man sie von Geburt an nehmen kann. Zur Auswahl stand noch der Ergobaby. Da dieser jedoch einen dicken Neugeboreneneinsatz verwendet, kam er für den warmen August nicht in Frage. Am Anfang waren wir mit der Manduca sehr zufrieden. Die Beine wurden mit reingesteckt und Milou saß in der richtigen Anhock-Spreizstellung da drin und fühlte sich auch sehr wohl. Für uns war das Tragen auch sehr bequem. Es gibt zwei Nachteile, die uns immer störten. Erstens, wenn zwei unterschiedlich große Leute die Manduca verwenden, muss man sie immer verstellen und dann sitzt sie oft nicht so richtig. Zweitens, man trägt sie Anfangs auf der Hüfte, damit die Beine vom Baby reinpassen. Damit kann man sich weder bücken noch setzen. Das kann schon mal nerven, wenn die Maus drei Stunden darin schläft. Aber gut, man gewöhnt sich dran.

Doch dann kam so mit 10 Wochen der Punkt, wo Milou nicht mehr gut in die Manduca passte. Die Beine mussten dann raus, die Manduca wurde dann viel höher am Bauch getragen, damit die Beine gespreizt werden können. Trotzdem wurde daraus immer zu sehr Spagat und für Milou war es einfach nicht mehr bequem. Sie passte zwar noch in den Neugeborenensteg, aber insgesamt war die Sitzhaltung nicht optimal.Also musste doch ein Tragetuch her. Wir liehen uns eines von einer Freundin aus. Unsere Erfahrung damit: ebenfalls durchwachsen. Wir nutzen ein Tragetuch von Hoppediz und Milou sitz darin auf jeden Fall bequem. Für mich trägt es sich jedoch nicht so gut wie die Manduca. Der riesengroße Knoten am Rücken geht mir ganz schön auf die Nerven. Er stört unter der Jacke und wenn man noch einen Rucksack tragen möchte, muss man ihn an der Seite binden, wo wer auch stört. Dabei haben wir schon die kurze Variante vom Tragetuch. Auch mochte ich die gepolsterten Träger der Manduca lieber. Toll finde ich am Tragetuch, dass das Tuch höher getragen wird und man sich damit gut bücken und setzen kann.Ein großer Pluspunkt gegenüber der Manduca. Aber das Binden ist schon recht umständlich. Klar, die Manduca braucht auch etwas Zeit, um sie anzulegen, aber es dauert lange nicht so lange wie beim Tragetuch. Milou brüllt beim Tragetuch Anlegen immer wie am Spieß und da nervt es sehr, dass man alles erst zurecht ziehen muss, bis es straff sitzt. Erst wenn ich laufe, hört Milou auf mit weinen. Es ist übrigens eine Lüge, dass alle Kinder sofort im Tragetuch einschlafen ;). Aber das liegt wohl daran, dass unser Kind im Allgemeinen nicht sehr gern schläft. Der größte Nachteil vom Tragetuch ist jedoch, dass man es bei Regenwetter nicht sehr gut unterwegs binden kann. Es schleift dann nämlich auf dem Boden und gerade bei einem geliehenen Tuch will man es nur ungern durch den Matsch ziehen. Somit fällt es bei nassem Wetter immer aus, wenn wir erst mit dem Auto fahren und danach Milou zu Fuß transportieren müssen. Da wir nicht in der Innenstadt wohnen, ist das bei uns fast immer der Fall.

Fazit: beides hat Vor-und Nachteile.Ich kann nur schwer sagen, was mir nun lieber ist.Ein wenig freue ich mich aber schon, wenn das Milouchen bald wieder in die Manduca passt. Insgesamt trage ich sie aber total gerne und einen dicken Fleece-Überzug haben wir auch schon, damit unser Tragling auch im Winter gut eingepackt ist.