Donnerstag, 26. Juni 2014

Große Veränderungen

So, nun endlich der Post mit einem wirklichen Update! Ich habe einen neuen Job, den ich ab August antreten werde. Ich arbeite dann 35 Stunden die Woche. Ich glaube, für unser Milouchen wird das hart (für mich auch!). Doch so ist es halt, irgendwo muss ja das Geld her kommen.

Milou wird dann bald mit der Eingewöhnung im Kindergarten beginnen. Die wird wohl der Papa machen. Vielleicht fällt es ihr dann etwas leichter. Im Moment ist Milou jedoch so in ihren Papa verliebt, dass wir uns noch nicht sicher sind, von wem sie sich dann in zwei Wochen leichter lösen kann :-)

Und bis dahin haben wir noch VIEL vor, denn wir ZIEHEN UM! Endlich! Raus aus dem Plattenbau, raus aus Jena Lobeda. Und wohin? Aufs Land! Alle, die uns kennen, werden sich jetzt wundern, denn wir wollten nie aufs Land ziehen. Es ist auch nicht unsere erste Wahl, doch im Jenaer Stadtgebiet ist Wohnraum extrem teuer und noch dazu schwer zu finden. Wir haben uns bei der Wohnungssuche gesagt, dass alle umliegenden Dörfer, die maximal 15 Minuten Autofahrt bis in die Innenstadt benötigen, akzeptabel sind. In Berlin hätten schließlich ganz andere Fahrwege auf uns gewartet.

Und dann hatten wir großes Glück. Es gab eine 4-Zimmer Wohnung in der Nähe von Jena. Die Entfernung ist mit 10 Kilometern noch im Rahmen. Das entscheidende Argument war für uns, dass es ein kleines Stück Garten zur Wohnung gibt und unsere beiden Katzen raus können. Außerdem ist die Wohnung schön groß, so dass wir uns dort hoffentlich alle viel wohler fühlen werden. Jetzt sind wir schon fleißig am Kisten packen und Räume planen. Ich freue mich schon, euch irgendwann die neue Wohnung zu zeigen, aber erst wenn sie halbwegs eingerichtet.

Da wir eigentlich keine Landmenschen sind, war für uns auch klar, dass wir eine Wohnung mieten werden. So können wir testen, ob das für uns auf Dauer das Richtige ist. Fest steht auf jeden Fall, dass das Leben in der  Plattenbausiedlung so langsam nicht mehr das Richtige ist. Es ist trotzdem komisch, seine gewohnte Umgebung zu verlassen. Wir schauen oft aus dem Fenster und fragen uns, wie es sein wird, nur noch Hühner statt Menschen zu sehen. Nur noch Bäume statt Hochhäuser, nur noch Ruhe statt Kinderlachen vorm Haus. Ich glaube, es wird ganz anders. Es ist wirklich komisch. Einerseits träumen wir schon seit Jahren davon hier auszuziehen, andererseits haben wir so viel in dieser Wohnung erlebt, dass auch ein wenig Wehmut mitschwingt.

Ich bin damals als Student mit mehreren Mitbewohnern hier eingezogen. Nach einigen Wechseln der Mitbewohner zog dann irgendwann Vroni ein, unsere liebste und längste Mitbewohnerin. Ich habe hier viel für Klausuren gebüffelt, Hausarbeiten geschrieben und ganz viel prokrastiniert. In dieser Wohnung verliebte ich mich in Daniel, er zog dann irgendwann hier ein. Wir liebten das WG-Leben - lebten wie in einer Familie. Plattenbau hin oder her - es war trotzdem schön! Viele Freunde kamen zu Besuch, kleine WG-Parties, Abende auf dem Balkon, gemütliche Fernsehabende mit Vroni. Dann zog irgendwann unser erster Kater ein, zwei Jahre später der zweite. Ich machte meinen Studienabschluss, Daniel lernte hier für seine Abschlussprüfungen. Seine große Tochter spielte schon als Kleinkind hier. Ich baute in dieser Wohnung mein DaWanda-Geschäft auf. In diese Wohnung kehrte ich jedes Wochenende zurück, wenn ich von Berlin nach Hause pendelte. Hier verbrachte ich die Schwangerschaft voller Vorfreude. In diese Wohnung kehrten wir letztes Jahr  mit der winzigen Milou heim und in dieser Wohnung verbrachten wir das erste aufregende Jahr mit ihr. Mit dieser 70 Quadratmeter-Neubauwohnung verbinden wir so unglaublich viele Erinnerungen! Doch nun ist definitiv Zeit für Veränderung und die neue Wohnung wird sicher auch bald unser Herz erobern.



Unsere Odyssee Teil II

Über unseren Köpfen hing ein großes Fragezeichen: Sollen wir wirklich nach Berlin gehen oder ist Jena nicht doch die bessere Stadt für uns?

Ich begann, mich nach Jobs in Jena umzusehen. Mit der Erwartung, dass die Aussichten nicht sonderlich gut sind, ging ich missmutig an die Sache ran. Immerhin war ich vor zwei Jahren schon mal an dem Punkt und habe in Jena nichts akzeptables gefunden. Umso überraschter war ich, als ich mich mit einer hier ansässigen IT-Firma einigen konnte. Die Bedingungen sind nicht wesentlich schlechter als in Berlin, so dass klar war: wir bleiben in Jena - vorerst. Zugegeben, die Wechselmöglichkeiten im Hinblick auf zukünftige Jobs sind hier wirklich schlechter, aber für die nächsten Jahre ist das erstmal irrelevant. Milou kann hier aufwachsen, wir bleiben in einer Mietwohnung und sind dann immernoch flexibel, falls wir doch einmal die Stadt wechseln müssen.

Uns fiel ein großer Stein vom Herzen. Erst jetzt wurde uns klar, wie schön es doch ist, Familie und Freunde immer um einen herum zu haben. Da wären Daniels Eltern und Geschwister, Milous große Schwester, unsere Freunde und meine Freunde in Chemnitz und Leipzig. Die Entscheidung war für mich zwar auch sehr unangenehm, da ich schon meinen Arbeitsvertrag bei DaWanda unterschrieben hatte, doch am Ende war es für uns als Familie einfach die richtige Entscheidung. Eigentlich bin ich nicht der Typ, der Zusagen macht und sie dann nicht einhält. Ich mochte DaWanda als Arbeitgeber immer und mich plagte das schlechte Gewissen. Mir war sehr bewusst, dass mein DaWanda alles andere als erfreut sein wird, doch zum ersten Mal merkte ich, dass Familie über alles geht und ich diese Entscheidung für UNS treffe und dafür leider in Berlin wieder absagen musste. Es ist komisch das Unternehmen auf so unangenehme Weise zu verlassen, doch der Weg führte uns irgendwie in diese Situation. Für uns ist es sicher die richtige Entscheidung - auch wenn nicht alle damit glücklich sein können. Nun freuen wir uns erst mal und im nächsten Post dann mehr zu den Veränderungen, die jetzt trotzdem noch anstehen.

Freitag, 13. Juni 2014

Unsere Odyssee Teil I


Erinnert ihr Euch, dass ich vor Monaten schrieb, es stehen große Veränderungen bevor und ich würde davon berichten? Nun ja...manchmal kommt es alles anders als man denkt.

Veränderungen, ja! Der Weg dorthin...die reinste Odyssee!

Wie ihr wisst, habe ich die letzten Jahre in Berlin gearbeitet. Ich bin viel gependelt und am Ende habe ich das große Glück gehabt, von zu Hause aus arbeiten zu können. Nun stellte sich für uns natürlich die Frage, wo wollen wir nach der Elternzeit weiter leben. Berlin, Jena oder ganz woanders?
Recht schnell stand für uns fest, wir gehen nach Berlin! Ich mochte meinen Job dort, Daniel hatte ebenfalls Lust auf etwas neues und generell musste Luftveränderung und ein Wohnungswechsel her. Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht, haben wochenlang abgewogen und immer wieder hin und her überlegt. Denn es gab durchaus einige Bedenken. Daniels Familie lebt in Jena. Daniels große Tochter ebenfalls und das bedeutet viel hin und her zu reisen, um den Kontakt weiterhin beizubehalten. Für mich gab es ebenfalls Nachteile. Meine Familie lebt im Ruhrgebiet und in Freiburg (Breisgau). Die ohnehin schon weiten Entfernungen sind dann noch weiter. Außerdem leben viele meiner wichtigsten Freunde in Leipzig und Chemnitz - beides Orte, die man von Jena aus schnell mal erreichen kann und für die sich ein Tagesausflug lohnt. Sind wir in Berlin, geht das alles nicht mehr. Wir würden ziemlich viel aufgeben, oder was meint ihr?

Natürlich gab es auf der anderen Seite auch Vorteile: Beste Karrierechancen für mich, günstigere Wohnungen als in Jena, viele Freunde in Berlin und die Möglichkeit viel Neues zu erleben!

Gesagt, getan...wir begannen alles in die Wege zu leiten. Arbeitgeber Bescheid gesagt, neuen Vertrag unterschrieben, Wohnung gekündigt, Daniel bat seinen Arbeitgeber um einen Aufhebungsvertrag. Wir fingen an, regelmäßig nach Berlin zu reisen. Zuerst begann ich im tiefsten Januar und kaltem Winter mit der Suche nach einem Kindergartenplatz. Ich suchte in der Nähe meiner Arbeitsstelle. Es stellte sich heraus, dass Charlottenburg eine harte Nuss ist, was Kita-Plätze betrifft. Die Chancen standen schlecht, obwohl Milou auf vielen vielen Wartelisten stand. Eine Tagesmutter kam nicht so recht in Frage, da die Öffnungszeiten für uns nicht praktikabel gewesen wären. Daniel hat als Erzieher Schichtarbeit und ich im IT-Bereich und als Hauptverdiener kann nicht jeden Tag das Büro um 15 Uhr verlassen. Trotz schlechter Aussichten auf einen Kita-Platz hofften wir erstmal auf etwas Glück.

Im Februar begannen wir dann mit der Wohnungssuche. Anfang Juni wollten wir umziehen, damit genug Zeit bleibt, um Milou an den neuen Ort zu gewöhnen, bevor es in den Kindergarten geht. Was soll ich sagen, das hatten wir uns leichter vorgestellt. Zwar gab es viel mehr Wohnungsangebote als in Jena und günstiger waren die Wohnungen auch, doch so richtig wollte sich auch hier nichts ergeben. Wir schauten uns unzählige Objekte an und immer gab es einen Haken. Der häufigste Haken war: Die Wohnung ist zu weit weg von meiner Arbeit mit mindestens eine Stunde Fahrtweg - das macht stolze zwei Stunden am Tag! Das geht als Single, aber nicht mit Kleinkind, denn am Ende bleibt da keine Zeit für ein gemeinsames Familienleben. Zweiter Haken bei vielen Wohnungen: zu teuer. Wir haben schon eingeplant, deutlich mehr zu zahlen als bisher, aber irgendwo gibt's doch auch eine persönliche Schmerzgrenze. Und alles, was halbwegs gut an Charlottenburg angebunden war, sprengte unser Budget. Als Alternative blieb nur Plattenbau und das kam nicht in Frage. Darin wohnen wir jetzt auch, für sehr wenig Geld. Wir hocken immernoch in unserer Studentenwohnung und es stand fest, dass wir nur nach Berlin gehen, wenn sich an unserer Wohnsituation auch etwas verbessert. Dann hatten wir eine sehr schöne Wohnung in Potsdam gefunden, die Zusage hatten wir schon. Man, was haben wir uns gefreut.

Und dann kam alles anders. Die Maklerin gab uns das OK, die Wohnungsgesellschaft jedoch hatte ein Problem mit meiner Elternzeit. Wir gingen noch einmal in uns und entschieden, dass auch diese Wohnung knapp über unserem Budget liegt. Die Miete war zwar ok, wenn man aber Fahrtkosten und Kita-Kosten dazu rechnet, klang alles ganz und gar nicht mehr machbar.

Also alles auf Anfang, wir suchen noch einmal von vorn. Wieder schauten wir uns unzählige Wohnungen an, diesmal für etwas weniger Geld. Doch es gab kaum noch Angebote in unserem Preissegment und in akzeptabler Entfernung zum Büro. Die Wohnungsgenossenschaften sind voll, haben nur noch Neubau im Angebot. Viele Angebote auf Immobilienscout entpuppten sich als Betrugsfälle, wo irgendjemand nur auf die Überweisung der Kaution aus ist. Unter den Wohnungen, die wir uns tatsächlich anschauten, war wieder nichts familientaugliches dabei. Es war nun Mitte Mai und uns rannte so langsam die Zeit davon. Ohne Wohnsitz gibt es natürlich auch keinen Kindergartenplatz und den brauchten wir ganz dringend bis Anfang August. Wir wurden panisch und unsere Suche wurde immer verkrampfter. So langsam fragten wir uns, wo das Glück bleibt. Je mehr wir uns bemühten, umso weniger richtig fühlte sich alles an. Uns schien einfach nichts zuzufliegen. In Jena kehrte der Frühling ein, alles blühte wieder auf....wir fühlten uns wohl! Immer häufiger fragten wir uns, ob das in Berlin auch so sein wird. Wahrscheinlich nicht :-(