Sonntag, 31. August 2014

Working Mum

Seit vier Wochen arbeite ich nun. Für 35 Stunden die Woche. Bin ich damit glücklich? Bis jetzt noch nicht. Mir fehlt die Zeit mit Milou. Es fällt uns allen schwer, uns umzugewöhnen. Wir hangeln uns von Wochenende zu Wochenende und genießen die Tage, an denen wir nicht in den Kindergarten hetzen müssen, ich ins Büro hetzen muss und wir nachmittags nur kurz Zeit für Spielplatz etc. haben. Ich schaffe es nie, Milou vor 16 Uhr aus dem Kindergarten zu holen. Manchmal musste sie schon bis 16:30 Uhr dort bleiben. Ich finde das viel zu lange für so ein kleines Kind, aber die Realität sieht leider so aus. Am schlimmsten sind die Tage, an denen Daniel Milou abholt und ich erst zum Abendbrot zu Hause sein kann. Dann bleibt gar keine Zeit, zusammen zu spielen. Solche Tage fühlen sich für uns noch merkwürdig fremd an. Ob wir uns je daran gewöhnen werden?

Außerdem fehlt mir die Zeit, mich um meine DaWanda-Shops zu kümmern. Und das ist leider richtig kritisch, denn das Geld ist knapp. Seit heute habe ich den Handytaschen-Shop wieder eröffnet. Die nächsten Monate muss ich Hauptjob (Projektmanager in einer IT-Agentur) und Nebenjob (Nähen für meine DaWandashops) abends/nachts parallel betreiben, da ein Job leider nicht ausreicht, um die hohen Lebenshaltungskosten in Jena und Umgebung zu halten. Was ist, wenn Milou Abends nicht schläft? Was, wenn sie wie gewohnt ständig wach wird und ich das Schlafzimmer nicht verlassen darf? Was ist mit etwas Zeit für Daniel und mich als Paar? Eines ist klar, langfristig kann das so nicht weitergehen. Mein Tag bräuchte 48h, um meinen Zeitbedarf annähernd zu decken. Im Moment haben wir jedoch keine andere Lösung parat und bis dahin muss es irgendwie so gehen. Wenn jemand Tipps hat, wie man sich am besten mit Job 1, Job 2 und Familienleben organisiert, immer her damit!


Gemeinsame Zeit ist kostbar und nicht mehr selbstverständlich.

Kindergartenkind

Keiner wusste, wie es laufen wird. Milou ist doch so anhänglich...Mama oder Papa durften sich bislang kaum mehr als 5 Meter entfernen. Bislang gab es nur wenige Gelegenheiten, Milou auch mal für kurze Zeit bei jemand anderem abzugeben. Wir haben leider keine Oma vor Ort, die Milou mal stundenweise nimmt. Wie soll das im Kindergarten klappen, wenn Milou es gar nicht kennt, dass wir weg sind? Wir waren wirklich gespannt.

Und nun: große Überraschung, es läuft ganz gut. Die drei bis vier Wochen Eingewöhnungszeit liefen prima, Milou war von Anfang an gern dort und mochte die Erzieherinnen. Zum Einschlafen bekommt sie dort wie gewohnt ihre Milch und macht dort auch richtig gut Mittagsschlaf. Ich habe mir vorher unglaublich viele Gedanken gemacht, wie das nur werden soll, wenn Milou ihren Vormittagsschlaf nicht mehr machen kann. Auch hier, das hätte ich mir sparen können. Sie hält super bis zum Mittag durch. Und wenn die Nacht doch mal schlecht war und Milou vormittags müde, kann sie im Kinderwagen im Kindergarten entweder bei einem Spaziergang oder im Garten noch einmal schlafen. Wir sind total zufrieden mit unserem Kindergarten. Die Erzieherinnen sind unglaublich lieb und gehen sehr auf die einzelnen Bedürfnisse der Kinder ein. Außerdem sind sie so gut wie immer draußen, gehen sogar viel spazieren mit den kleinen Mäusen. Das gefällt Milou gut, da sie gerne unterwegs ist und viel erleben möchte.

Als ich dann wieder mit Arbeiten anfing, wurde das Abgeben dann doch schwerer. Nach drei Wochen merkte Milou, dass wir sie regelmäßig dorthin bringen. Seitdem weint sie beim Abgeben bitterlich. Zum Teil weint sie schon, wenn wir sie morgens ins Auto setzen. Sie wird dann ganz traurig und nachdenklich. So kenne ich sie gar nicht. Im Kindergarten beruhigt sie sich dann aber ganz schnell, binnen weniger Sekunden, bei der Erzieherin. Deshalb sind wir ganz beruhigt. Es ist ja ganz normal, dass sie traurig ist, wenn wir gehen. Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. Und wir sind froh, dass sie dort trotzdem genug Vertrauen hat und sich beruhigt. Danach ist sie im Kindergarten sehr ausgeglichen und neugierig.

Die erste fiese Krankheit haben wir letzte Woche auch schon mitgemacht. Eine Woche Fieber, vor allem die Nächte waren krass. Nun hat das Immunsystem hoffentlich einen ordentlichen Schub gemacht und hält demnächst mehr aus.


Mama und Milou, ein gutes Team! Ein Jahr lang für 24 h immer zusammen. Ich gebe zu, es schon komisch, das kleine Wesen für so lange Zeit abzugeben. 

Ein Jahr Baby sein

Das erste Jahr ist rum und wir haben es extrem genossen. Milou ist so ein Sonnenschein geworden und in letzter Zeit hat sie extreme Fortschritte gemacht. Sie läuft ziemlich sicher an einer Hand. Alleine Laufen traut sie sich noch nicht. Nach wochenlangem Porutschen, was sehr witzig aussieht, fängt sie nun auch an zu krabbeln. Ich ärgere mich so, dass ich mich damals von allen so verunsichern ließ, weil Milou nicht krabbelte. Ärtze und andere Eltern machten mich total verrückt, weil Porutschen ja so schlimm sei und mein Kind später mit zwei schlecht verknüpften Gehirnhälften Probleme beim Lesen und Schreiben haben wird. Ich selbst bin nie gekrabbelt und trotzdem hat mich das nicht ausreichend beruhigt. Und jetzt? Sie steht, sie läuft ein paar Schrittchen, sie rutscht auf dem Po, sie geht im Vierfüßler-Stand und sie krabbelt. Ich hätte mir einige schlaflose, sorgenvolle Nächte sparen können.

Was ist noch neu? Sie fängt an ganz viele Wörter nachzusprechen. Hase, Ball, Baby, Katze (ok, momentan sagt sie dazu noch Kacke) und Aal (damit meint sie unsere Katze Karl). Außerdem schiebt sie ihren kleinen Puppenwagen durch die Wohnung oder das Bobbycar über den Spielplatz. Wenn wir mit ihr singen, versucht sie schon mitzusingen und tanz und klatscht immer voller Begeisterung. Ach, das ist wirklich ein schönes Alter. Noch ein bisschen Baby und doch schon so groooß!


Zum Geburtstag gab es von meinen Eltern ein Bobbycar. Außerdem gab es von der Familie noch Steckspiele, Puzzles, Plüschtiere und eine Schaukel. Den ersten Geburtstag haben wir ganz gemütlich mit der großen Schwester auf unserem Dorf verbracht.

Auch mit einem Jahr schläft Milou noch am liebsten in der Manduca. Ich liebe es ebenfalls, mein kleines Baby dort zum Einschlafen zu bringen.


Milou ist nun schon alles selbst, sogar mit dem Löffel. Ganz schöne Sauerei, die man da mehrmals täglich wegputzen muss. Ich bin froh, dass der Kindergarten das nun für die Hälfte des Tages übernimmt :-)



Landleben

Wir sind angekommen und haben uns eingelebt. Das Landleben gefällt uns ausgesprochen gut. Milou liebt es draußen zu sein, die vielen Tiere zu sehen und auf den kleinen Spielplatz hinter unserem Haus zu gehen. Dort treffen wir immer richtig viele Kinder. Es gibt mindestens drei Babies in Milous Alter, so dass sich schon eine kleine Clique gebildet hat, die später mal das Dorf unsicher machen wird. Wir waren uns wirklich unsicher, ob es uns außerhalb der Stadt gefallen wird. Doch jetzt ist klar, es war die richtige Entscheidung.
Wir gehen viel spazieren und plündern die Obstbäume, wir genießen den tollen Ausblick auf die Felder und es gibt wundervolle Feldwege zum Spazieren gehen. Der Weg in die Stadt ist wirklich nicht weit. 15-20 Minuten mit dem Auto, das ist für uns völlig ok. Morgens fährt sogar ein Bus zu einer günstigen Uhrzeit, so dass wir es bislang mit nur einem Auto ganz gut gemeistert haben. Unsere Neubausiedlung fehlt mir zwar schon manchmal, aber nur weil ich die alte Wohnung mit sehr vielen schönen Erinnerungen verbinde. Das Lebensgefühl hier auf dem Land in unserer größeren Wohnung ist deutlich besser. Für unsere kleine Familie kann ich mir im Moment nichts besseres vorstellen.


"Gack Gack" ist zur Zeit Milous Lieblingswort. Wenn wir zu Hause ankommen und bevor wir in den Kindergarten fahren, gehen wir immer erst mal die "Gack Gacks" anschauen.


Die Schaukel haben wir hier auf den öffentlichen Spielplatz gehängt. Bei so vielen Babies ist sie immer gut frequentiert. Es empfiehlt sich übrigens beim Kauf einer Schaukel vorher die Rezensionen im Netz zu lesen. Wir hatten erst eine Schaukel, die nicht Tüv geprüft war und es gab damit unschöne Zwischenfälle. Mussten dann direkt noch eine andere bestellen, da uns die erste zu gefährlich war.


Besuch bei den Pferdchen. Zur Zeit stehen sogar drei Fohlen auf der Weide.