Freitag, 31. Oktober 2014

Stillen - aller Anfang ist schwer

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Beitrag schreibe, doch dann habe ich mich dazu entschieden. Warum habe ich überlegt? Die Stillbeziehung ist sehr intim und ich war mir nicht sicher, wie viel ich von meiner Erfahrung mit anderen teilen möchte. Letztendlich kam ich zu dem Schluss, dass mein Bericht vielleicht einigen Mamis hilft, weil wir eben nicht die klassische "Stillen klappt super"-Geschichte hatten. Und ich hätte damals gern aufmunternde Worte gehabt.

Die ersten Tage in der Klinik hat Milou so gut wie gar nichts getrunken. So richtig haben wir das nicht hinbekommen. Weil sie so ungeduldig war, hat sie sich immer direkt in Rage geschrien. An normales Anlegen war dann nicht mehr zu denken. Es brauchte jedesmal eine Mama (mich), einen Papa und zwei Hebammen, die unser furchtbar wütendes, schreiendes, Baby anlegen konnten. Das dauerte pro Stillmahlzeit zwischen 30 min und einer Stunde, bis das Baby überhaupt an der Brust war. Alle Hebammen im Krankenhaus versuchten einen anderen "Trick". Z.B. Stillposition wechseln, Stillhütchen, verschiedene Wege zur Beruhigung, vor dem Stillen an der Wasserflasche nuckeln zur Beruhigung und und und. Alles half einmal und beim nächsten Versuch wieder nicht mehr. Ich war verunsichert, überfordert und habe nach 2-3 Tagen viel geweint. Ich fühlte mich hilflos, war ich nicht einmal in der Lage, mein Kind alleine anzulegen. Das einzig positive in dieser Zeit: irgendwie hatte es dann doch immer geklappt und wir hatten noch nicht aufgegeben.

Eine Nacht war dann ganz schlimm und ich habe abgepumpt. Im Nachhinein kann ich auch sagen, dass es nicht dramatisch gewesen wäre, wenn die Hebammen zugefüttert hätten. Das haben sie in unserem Falle zwar nicht gemacht (Milou hat mit ihrem Gewicht doch immer im letzten Moment die Kurve gekriegt, so dass alle weiterhin auf das Stillen vertraut haben). Doch auch wenn es in der Klinik mal eine Notfallflasche gibt, kann sich trotzdem noch eine dauerhafte Stillbeziehung entwickeln.

Zu Hause angekommen hatten wir Riesenangst, dass uns das Kind verhungern würde. Immerhin hatten wir es bis dahin nicht einmal geschafft, ohne fremde Hilfe zu stillen. Die einzige Sicherheit, die wir hatten, war das Rezept für eine elektrische Milchpumpe. Die erste Nacht zu Hause war tatsächlich wieder ein Disaster. Es wollte einfach klappen, ich hatte schon einen schlimmen Milchstau und verbrachte die Nacht heulend und kühlend auf dem Sofa. Milou schlief ohne Stillen schon ziemlich erschöpft und meldete sich kaum noch von allein, um zu trinken. In der Klinik mussten wir sie regelmäßig wecken, damit sie nicht noch schwächer wird. Zu Hause waren wir so fertig, dass wir sie ein paar Stunden schlafen ließen. Am nächsten Morgen nahm ich sie aus ihrem Bettchen und auf einmal, wie aus heiterem Himmel, trank sie! Ganz in Ruhe und ausgiebig. Die Milchpumpe haben wir nicht einmal gebraucht. Wir benutzten zu diesem Zeitpunkt Stillhütchen, auch hier probierten wir verschiedene Marken aus, bis eines dabei war, was tatsächlich half. Wir nutzen die von MAM (dabei auch immer auf die richtige Größe achten!). Mit Stillhütchen klappte es dann regelmäßig sehr gut. Von da an hatten wie keine Probleme mehr. Ihr verlorenes Gewicht holte Milou ganz schnell auf. Außerdem, hatte ich eine ganz liebe Hebamme, die mich nie dazu gedrängt hat, das Stillhütchen loszuwerden. Denn für mich war klar, dass ich Milou nicht schon wieder stressen wollte und ihr das gerade erlernte nicht direkt wieder abgewöhnen wollte. So stillten wir bis zum 11. Monat durchweg mit Stillhütchen. Das war nie ein Problem. Mich störte es nicht, die Milch wurde dadurch nicht weniger und Milou kam damit zurecht. Einzig nervig war, das ständige Saubermachen der Stillhütchen und die Notwendigkeit, immer ein frisches dabei zu haben. Aber daran hatte ich mich schnell gewöhnt.

Mit diesem Artikel möchte ich allen Mamis Mut machen. Es gibt viele Wege für den Stillstart, Stillhütchen können durchaus eine langfristige Lösung sein und ich habe es nicht bereut, durchgehalten zu haben. Am Ende war Milou der absolute Stillgenießer, schöner hätte unsere Beziehung sich nicht entwickeln können!

Wie verlief eure Stillbeziehung? Hatte noch jemand einen schwierigen Start?

Samstag, 25. Oktober 2014

Spielplatz Kind


In unserem Mami-Freundeskreis gibt es ganz unterschiedliche Meinungen zum Thema Spielplatz. Ich meine, dass die Mamis mit ganz unterschiedlichem Alter der Sprösslinge anfangen auf Spielplätze zu gehen. Wir haben damit sehr früh angefangen. Milou ist ein Draußen-Kind, drinnen war es ihr immer zu langweilig. Einige Freunde gingen mit ihren Kindern erst auf den Spielplatz, als sie krabbeln oder sitzen konnten. Es gibt sogar einige, die fangen erst mit ca. einem Jahr an, mit ihrem Kind auf den Spielplatz zu gehen. Da war Milou schon ein Alter Hase auf dem Spielplatz!

Mit ca. 6-7 Monaten war der Spielplatz schon ein fester Bestandteil unseres Alltags. Milou hat immer ganz gespannt andere Kinder beobachtet. Hat sie sonst im Kinderwagen nur geschimpft, lag sie neben dem Spielplatz ganz ruhig drin und hat geguckt. Ich hatte ihr die Kopflehne immer nach oben gestellt, damit sie rausgucken konnte. Das fand sie immer super. Für mich waren das immer eine angenehme Momente, in denen mal nicht ich das Baby bespaßen musste, sondern es sich von der Welt bespaßen ließ. Versteht mich nicht falsch, ich spiele gern mit ihr. Doch Milou wollte im Babyalter wirklich immer immer immer beschäftigt werden. Auch eine Mama braucht ab und zu eine Verschnaufpause.

Sobald sie sitzen konnte ging es in den Sandkasten: Einige Mamis um uns herum haben auch damit viel länger gewartet. Das Kind könnte ja dreckig werden oder Sand essen. Ersteres war mir immer egal, ich wasche sehr gerne Wäsche. Ich war am Anfang auch zögerlich, weil Milou so viel Sand gegessen hat. Dennoch probierten wir es immer wieder aus, obwohl das Sand essen lange ein Problem war. Anfangs ging der wirklich "schaufelweise" in den Mund und es machte mir wenig Spaß, ständig Sand aus Milous Mund zu pulen. Doch dann, ganz plötzlich, war diese orale Phase vorbei und sie fing an zu spielen. Heute ist sie nur noch Sand, wenn sie Hunger bekommt. Mittlerweile, mit 15 Monaten, klettert sie schon allein die große Rutsche hoch und rutscht ganz allein runter. 


Wir haben den kompletten Sommer und auch den bisherigen Herbst jeden Nachmittag nach der Kita auf dem Spielplatz verbracht. So langsam graut es mir vor dem Winter mit schlechtem Wetter, das wird eine große Umstellung für uns. In Jena ist es so schön draußen zu sein. Egal auf welchen Spielplatz man geht, überall trifft man Freunde. Die Stadt ist mit 100.000 Einwohnern nicht zu klein, durch fast 30.000 Studenten und dadurch viel Trubel fühlt es sich für mich genug wie Stadt an (ich bin ja eigentlich ein Großstadt-Kind). Dennoch ist sie klein genug, dass man sich kennt und an jeder Ecke bekannte Gesichter trifft. Als Familie fühlen wir uns hier unglaublich wohl. 
Auch heute war wieder Spielplatz-Tag, drückt die Daumen, dass uns das Wetter dieses Jahr noch viele solcher Tage beschert.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Neue Handytaschen

Nach langer Zeit habe ich mal wieder für frischen Wind im Shop gesorgt.
Übrigens gibt es nur noch heute Abend 15 % Rabatt auf alle Taschen (für Neukunden in meinem Shop).





Donnerstag, 9. Oktober 2014

Herbst


Bei uns im Dorf wird es langsam herbstlich. Die Kastanien sind schon alle weggesammelt und wir können an durch die Felder spazieren und Äpfel von den Obstbäumen ernten. Für Milou habe ich viele neue Herbsthosen genäht. Eine davon seht ihr hier. Was man auf den Bildern nicht sieht, Milou läuft noch nicht allein. Sie will IMMER unsere Hand. Das ist langsam ganz schön nervig, denn seit drei Monaten reichen wir nun schon tagtäglich unsere Hand und laufen überall mit, wo das Milouchen hin möchte. Da kann es schon mal sein, dass ich am Tag 20 mal die Stufen zur Rutsche hoch und runter gehe (Händchen haltend) oder einer von uns den halben Tag mit Milou durch die Wohnung läuft, die mit einer Hand ihren Puppenwagen schiebt und an der anderen unsere Hand festhält. Sie läuft ab und zu ein paar Schrittchen zwischen Papa und mir hin und her, aber so ganz alleine klappt es einfach noch nicht. Wir warten und reichen tapfer unsere Hand. Doch ich kann es kaum erwarten, bis Milou einfach loslaufen kann und die Welt entdecken kann, ohne dass ich jeden Schritt mitlaufen muss.

Zwergenmütze

Schon letzten Winter waren Zwergenmützen meine Favoriten für Milou. Für diesen Herbst habe ich wieder welche genäht und ich finde, Milou sieht damit immernoch total süß aus. Mal sehen, wie lange sie sich das mit den Zwergenmützen noch gefallen lässt. Das Schnittmuster ist von Klimperklein. Ich nähe sie jedoch lieber ohne Band zum Schnüren, da wir das nicht so gern mögen. Außerdem muss man bei den Größen aufpassen. Je nachdem wie man die Mütze füttert, können die Größen sehr variieren. An die Größenangabe im ebook kann man sich eigentlich nicht halten. Ich habe schon einige Puppenmützen genäht, weil ich mich an die Abmessungen des ebooks gehalten habe. Mützen nähen treibt mich aus diesem Grund regelmäßig in den Wahnsinn. Seitdem passe ich die Größen immer selber an, das klappt meist besser.